Disrupt HR – Recruiting im Gleichgewicht?
Allgemein, Gastblog

Disrupt HR – Recruiting im Gleichgewicht?

Kontroverse Themen im HR-Bereich gibt es viele. Digitalisierung, Fragen rund um Diversity, neue Formen der Zusammenarbeit und innovative Arbeitsmodelle bringen das gewohnte Arbeitsumfeld der Personaler durcheinander. HR muss dennoch leistungsfähig bleiben und die Basis erfolgreicher Unternehmen sichern: exzellente Mitarbeiter. Stellt sich nur die Frage nach dem „Wie?“. Wie kann man auf neue Herausforderungen der HR-Welt reagieren und das Recruiting dennoch im Gleichgewicht halten?

  • Trendspotting

Recruiter müssen die Trends der Arbeitswelt im Blick behalten und immer up to date sein. Um überhaupt zu wissen, worüber man sich Gedanken machen muss, gibt es nur eine Möglichkeit: Marktbeobachtung. Online, wie Offline gibt es unzählige Wege, um die neuesten Strategien und Gadgets zu entdecken und deren Entwicklung mitzuverfolgen. Neben Google Trends findet man unzählige Dienste, die einen über die neuesten Themen in allen Bereichen auf dem Laufenden halten. Wichtig dabei ist: Querdenken! Nur weil sich ein Trend nicht direkt auf die HR-Welt oder das Recruiting bezieht, heißt es nicht, dass es keine indirekten Auswirkungen gibt. Auch Computer wurden nicht von Anfang an für die Personalarbeit verwendet, dennoch gibt es heute kein Unternehmen mehr, dass seine Personalakten rein auf Papier verwaltet. Alleine Trends erkennen ist nicht genug. Ebenso wenig zielführend ist es, sofort auf jeden Trend aufzuspringen. Vielmehr müssen diese richtig verstanden und sinnvoll angewandt werden.

  • Abkehr von der Machtposition

Bewerber und Arbeitgeber sind voneinander abhängig. Keiner kann ohne den Anderen. In diesem Sinne muss HR umdenken und sich gegenüber Mitarbeitern und Bewerbern als Dienstleister verstehen. Genau wie beim Customer Experience Management, bei dem das Produkt oder der Service auf den Kunden ausgerichtet sein muss, um eine positive Bindung aufzubauen, muss beim Candidate Experience Management der Bewerbungsprozess an den Bewerber angepasst sein. Um sich in die Situation eines Bewerbers hineinversetzen zu können, empfiehlt es sich vorab ein Profil des optimalen neuen Mitarbeiters zu erstellen, sogenannte Kandidaten-Personas. Hat mein seinen optimalen Mitarbeiter erst mal charakterisiert, kann beispielsweise die Stellenbeschreibung, der Jobtitel oder gleich die gesamte Karriereseite so gestaltet werden, dass dieser sich schneller angesprochen fühlt. Unternehmen können so die Hemmschwelle, sich zu bewerben, deutlich verringern und neben der Anzahl auch die Zufriedenheit der Bewerber erhöhen.

  • Die richtige Technik

Damit ist nicht nur gemeint, dass Hard- und Software der Personalabteilung auf dem neuesten Stand sind, sondern auch welche Strategien angewendet werden, um die passenden Bewerber anzusprechen.

3.1) Recruitingtechnologien

Egal ob man für sein Recruiting eine Gesamtlösung a lá SAP oder einzelne Insellösungen, wie SaaS Software verwendet, am Markt gibt es für jeden Bereich von HR laufend neues. Eine Entwicklung die schon seit Jahren als DER Trends gilt, ist Mobile-Recruiting. Leider ist noch lange nicht jede Recruiting Software mobilfähig und auch die Karriereseiten der meisten Unternehmen sind nicht optimal. Auch über den Begriff „machine learning“ stolpert man nicht selten. In Bezug auf Recruiting Systeme bedeutet er, dass sich die Software Präferenzen und Gewohnheiten merkt und dem Anwender dadurch hilft, zeit- und kosteneffizienter zu arbeiten.

3.2) Recruitingstrategien

Social Media Recruiting, Mitarbeiterempfehlungen und der Aufbau von Talent Pools, sind drei nicht wirklich neue Strategien im Recruiting. Mithilfe innovativer Recruitingtechnologie werden sie allerdings neu interpretiert. Das verspricht frischen Wind und damit großes Potential fürs Recruiting. Neue Funktionen von LinkedIn oder Xing versprechen neue Möglichkeiten für Social Media Recruiting. Softwarelösungen, die Mitarbeiterempfehlungen einschließen, oder sogar darauf spezialisiert sind, vereinfachen die Annahme von Empfehlungen und ermöglichen diese aktiv zu fördern, anstatt nur nebenbei davon zu profitieren. Talent Pools werden schon seit Langem genutzt. Neu sind aber die Vielfältigen Möglichkeiten zur Kommunikation mit den Kandidaten. Messaging Apps wie WhatsApp oder auch klassische SMS, können im Bewerbungsprozess beispielsweise dazu genutzt werden, um Kandidaten zur Vervollständigung der letzten Schritte zu motivieren.

Fazit

Vor allem neue technische Entwicklungen bringen die gewohnten Strukturen der HR-Welt an ihre Grenzen. Die Augen vor Neuem verschließen bringt langfristig genauso wenig, wie auf jeden Trend aufzuspringen, oder die neue Rolle von HR nicht zu akzeptieren. Recruiting im Gleichgewicht bedeutet, dass zeitgerecht und mit den am besten dazu geeigneten Mitteln passende Bewerber und qualifizierte Mitarbeiter gefunden und eingestellt werden.

Über die Autorin

Lisa Baumüller ist seit 2015 als Marketing Manager Teil des Prescreen-Teams. Sie ist unter anderem für Content Marketing und den Corporate Blog des Unternehmens verantwortlich und organisiert branchenspezifische Veranstaltungen zum Thema HR mit unterschiedlichen Kooperationspartnern.

Lisa Baumueller

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.