Was bringt die Rekrutierung neuer Mitarbeiter über persönliche Empfehlungen?
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Was bringt die Rekrutierung neuer Mitarbeiter über persönliche Empfehlungen?

Wie sich Investitionen in das eigene Netzwerk für alle Beteiligten lohnen können.

Wer eine neue Arbeit sucht, der sollte dies möglichst vielen Menschen aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis mitteilen. Denn fast jede dritte Stelle wird über persönliche Kontakte besetzt. Für Mitarbeiter und auch für Unternehmen lohnt sich die Pflege des persönlichen Netzwerkes.

Bei BNI, dem weltweit größten Unternehmernetzwerk für Geschäftsempfehlungen, tauschen Unternehmer gegenseitig Empfehlungen aus und gewinnen so neue Kunden. Häufig suchen unsere Mitglieder nicht nur neue Aufträge, sondern neue Mitarbeiter. Auch dann sind verlässliche Empfehlungen von anderen BNI-Mitgliedern willkommen. In vielen Branchen steigt durch den herrschenden Fachkräftemangel die Notwendigkeit, auf der Suche nach neuen Mitarbeitern vielfältige Wege einzuschlagen. Das eigene Netzwerk eignet sich hervorragend dazu, Stellenanzeigen zu verbreiten. Unter dem Titel „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ betreiben viele Unternehmen professionalisiertes Empfehlungsmarketing und belohnen die Empfehlungen ihrer Angestellten. Der Vorteil dabei ist, dass die Mitarbeiter hier bereits die erste Selektion im Recruitingprozess übernehmen. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sie nur dann eine Person empfehlen, wenn sie von deren Eignung für den Betrieb und die Position überzeugt sind. Alles andere würde dem eigenen Ruf schaden. Durch diese qualitative Vorauswahl wird die HR-Abteilung erheblich entlastet. Zudem werden die Mitarbeiter motiviert, da sie das Gefühl bekommen, mit entscheiden zu können. Für den Bewerber wiederum hat der direkte Draht zum Unternehmen den Vorteil, dass er auf informellem Wege Einblicke in die Unternehmenskultur erhält. Die Gefahr einer kulturbedingten Kündigung des Mitarbeiters während der Probezeit wird dadurch geringer. Eine Win-Win-Win-Situation, könnte man sagen. Als Ergänzung zu anderen Instrumenten der Personalbeschaffung kann ein Empfehlungssystem also definitiv sinnvoll sein.

Doch wie bewegt man die eigenen Mitarbeiter dazu, ihr persönliches Netzwerk für das Unternehmen zu öffnen? Je präziser das Wissen über die freie Stelle und je überzeugter der Mitarbeiter von seinem Unternehmen, desto glaubwürdiger und effektiver ist die Weiterempfehlung an einen potenziellen Interessenten. Ein Mitarbeiter wird seinen Arbeitgeber einem Freund nur dann ans Herz legen, wenn er wirklich daran glaubt. Die Voraussetzung für die Rekrutierung über persönliche Empfehlungen von Angestellten sind somit zufriedene Mitarbeiter. Niemand, der mit dem Betriebsklima oder den internen Strukturen nur so halb zufrieden ist, wird sein wertvolles Netzwerk für seine Firma öffnen.

Die Österreicher sind durchaus empfehlungsfreudig. Laut einer Umfrage der Jobbörse careesma.at findet ein Drittel über Empfehlungen zum richtigen Job. Knapp zwei Drittel haben bereits mindestens einmal einen Bekannten proaktiv für einen Job empfohlen. Fast die Hälfte der Befragten haben Dank ihrer Beziehungen sogar mehrmals zu einer neuen Anstellung gefunden.

Arbeitgeber sind mittlerweile genauso auf gute Empfehlungen aus ihrem Team angewiesen wie auf positive Rezensionen von zufriedenen Kunden. Heute essen wir in den Restaurants mit den besten Bewertungen auf tripadvisor und bestellen einen Artikel nur, wenn die Rezensionen auf Amazon gut sind. Genauso läuft es bei der Jobsuche. Der Jobsuchende informiert sich heute umfassend über seinen zukünftigen Arbeitgeber – im Bekanntenkreis und im Internet, zum Beispiel bei Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie kununu. Die Erfahrungen anderer Menschen spielt für uns eine entscheidende Rolle.

Mein Tipp: Fragen Sie Ihre Mitarbeiter gezielt nach Empfehlungen. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter, positive Referenzen bei kununu, Facebook und Google zu hinterlassen. Je mehr Referenzen als attraktiver Arbeitgeber Ihr Unternehmen bekommt, desto bessere Kandidaten werden sich bei Ihnen melden.

 

Über den Autor

Michael Mayer ist Nationaldirektor von BNI Österreich und Deutschland. Business Networking International (BNI) ist das weltweit größte Unternehmernetzwerk für Geschäftsempfehlungen und wurde 1985 von Dr. Ivan Misner in den USA gegründet. Bis heute hat sich BNI in bereits 71 Ländern etabliert. Bei BNI verschmelzen Kompetenz und Professionalität mit Herzlichkeit und gegenseitigem Vertrauen. Das Motto lautet „Wer gibt, gewinnt!“. Weltweit profitieren über 210.000 kleine und mittelständische Betriebe, Freiberufler und Selbstständige in 7.800 lokalen Gruppen von der provisionsfreien gegenseitigen Weitergabe von Neukunden-Empfehlungen. Allein im vergangenen Jahr wurden 8,8 Millionen Empfehlungen generiert, die den Mitgliedern zu einem Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro verhalfen. 2016 haben über 2.000 KMUs in Österreich insgesamt 127 Mio. EUR Umsatz mit BNI erwirtschaftet. Weitere Infos unter www.bni.at.

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