New Work im Handwerk und in der Industrie
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New Work im Handwerk und in der Industrie

Die letzten Wochen haben uns gezeigt, dass nichts so sicher ist wie die Unsicherheit. Alle Prognosen die wir aufgestellt haben und Pläne die wir umsetzen wollten waren von heute auf morgen nichts mehr Wert und inspirierende Entwicklungen der letzten Jahre bieten urplötzlich nicht mehr die passenden Antworten auf die brennenden Fragen.

Hat sich die New Work Idee durch Corona überholt?

Wenn sich wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorzeichen derart fundamental ändern ist es unbedingt angebracht auch darüber zu reflektieren ob die New Work Idee nach wie vor den Puls der Zeit trifft. Streben Arbeitnehmer weiterhin nach Zeitsouveränität, Selbstorganisation, Flexibilität, Agilität, flachen Hierarchien und sinnstiftender Tätigkeit?

Die wirtschaftliche Notwendigkeit Mitarbeiter – durchaus auch künstlich – zu umsorgen ist momentan eher nicht gegeben, da sich das Kräfteverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen schlagartig zu Gunsten der Arbeitgeber entwickelt hat. Gerade traditionelle Branchen wie eben das Handwerk und die produzierende Industrie laufen gerade jetzt Gefahr in alte Muster zu verfallen und der nachhaltigen Beziehung zu ihren Mitarbeitern keine übergeordnete Bedeutung zuzuordnen.

Unternehmen die aus Überzeugung bereits in den letzten Jahren auf personenzentrierte Organisationsformen gesetzt haben und somit ihre Mitarbeiter als Asset ihres Erfolges ausgemacht haben, werden auch weiterhin im engen Dialog Lösungen und Maßnahmen entwickeln, die diesen Erfolgsfaktor auch zukünftig sicherstellen.

Auch wenn sich die Inhalte und Erwartungshaltung ändern werden, so wird New Work auch zukünftig für die Anpassung und Entwicklung von neuen Arbeitsrealitäten stehen.

Warum der Post Corona Reset gerade Handwerks- und Industriebetrieben hier eine Chance bietet.

Gerade der Mittelstand im Handwerk und dem produzierenden Gewerbe ist die letzten Jahre Gefahr gelaufen das Potential der New Work Idee zu übersehen und das Feld gänzlich den Großen und den Neuen zu überlassen. Auch wenn die nächsten Monate als wirtschaftlich hitzige Zeit wahrgenommen werden, so ist die Entschleunigung und der Neustart auch eine gute Zeit um die eigene Positionierung zu überdenken und authentische Werte, die das Unternehmen bietet, ins rechte Licht zu rücken.
Diese zweite Chance sollte kein Unternehmen ungenützt lassen.

Weiters haben Studien gezeigt, dass aktives Beziehungsmanagement das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Job und deren Einstellung gegenüber dem Unternehmen positiv beeinflusst. Dieses gesteigerte Engagement, führte wiederum zu mehr Innovationen und Output.
Zwei wesentliche Faktoren für die wirtschaftlich positive Entwicklung von Unternehmen.

Quer durch alle technischen Branchen war „Industrie 4.0“ das zentrale Bestreben, um mit einem höheren Automatisierungsgrad und größerer Vernetzung Wettbewerbsvorteile am globalen Markt zu generieren. Tatsächlich setzten bloß 5% der Unternehmen Robotertechnik erfolgreich ein und neben der technologischen Komponente wurde auf die Auswirkungen auf die Mitarbeiter kaum Rücksicht genommen. Unternehmen sollten nun ihren globalen Fokus hin zum „reglobalen“ Denken entwickeln und die Technologie mit der Organisation ein Einklang bringen.

Vom Trend zur strategischen Ausrichtung.

Die zeitgerechte Weiterentwicklung der Arbeitsrealitäten ist nicht ein Trend, für den man sich entscheidet, sondern sie passiert – entweder durch eigenes Gestalten oder fremdbestimmt von außen; auch das Handwerk und die produzierende Industrie wird diese strategische Bedeutung erkennen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist hier aktives Beziehungsmanagement zwischen Unternehmen und Mitarbeitern und dessen Wahrnehmung als zentrale Führungsaufgabe. So werden Arbeitnehmer zu Mitarbeiter.

Unterm Strich steht New Work für das strategische Commitment sich für die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu interessieren, Investitionen zu tätigen, die diese Bedürfnisse stillen und Beziehungen zu leben, die über den Arbeitsvertrag hinaus gehen.

 

Die Autoren

Burkhard List und Michaela List-Ebner sind Experten für die personenzentrierte Organisationsentwicklung in Technologie- und Handwerksbetrieben.

Durch ihre technische Ausbildung und Managementerfahrung verbinden sie die strategische Zielsetzung mit der praktischen Umsetzung zu erfolgreichen Gesamtprojekten.

One Comment

  1. Danke für diese Anleitung zur Arbeit im Handwerk und in der Industrie! Ich wollte mehr davon erfahren. Dieser Artikel hat mir geholfen!

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