As time goes Byte – Welche Trends beeinflussen die Kreativbranche dieses Jahr?
Allgemein, Gastblog

As time goes Byte – Welche Trends beeinflussen die Kreativbranche dieses Jahr?

Die steigende Komplexität fordert auch uns Kreative im Alltag auf, die Welt neu zu entdecken und denken. Gewohnte Denkmuster und erlernte Fähigkeiten gilt es jetzt zu erweitern und neu zu verknüpfen, um mit neuen Lösungen auf die neuen Bedürfnisse der Kunden und Konsumenten zu reagieren. Hier werden drei Trends vorgestellt, die zukünftig im Arbeitsalltag der Kreativen eine Rolle spielen werden.

1.  Die Zeiten der demografischen Aufteilung sind vorbei

Die Digitalisierung und das Verschwinden von sozialen Normen machen es fast unmöglich, traditionell demografische Segmente (Alter, Geschlecht, Einkommen, Familienstand etc) zu verwenden, um das Verbraucherverhalten vorherzusagen. Denn Menschen aller Altersstufen und in den unterschiedlichsten Verbrauchermärkten bringen demografische “Konventionen” zum wackeln. Das Resultat: Neue Lebensstile und Identitäten, die freier als je zuvor sind.

Warum passiert das jetzt?

Das Internet globalisiert: Unabhängig von Kultur und Wohnort haben Konsumenten Zugang zu Ideen und Informationen aus der ganzen Welt. Perspektiven, Werte und Normen, die früher von Familie, Freunde und dem Umfeld vermittelt wurden, werden heute vom Internet mitgeprägt. Gleichzeitig hat das Wachstum globaler Mega-Marken (IKEA, Amazon, Apple etc) ein gemeinsames Bewusstsein und Erwartungen, was eine Marke bieten sollte, geschaffen. Andererseits schrumpfen soziale Normen. Daher ist nicht mehr sichergestellt, dass Menschen ihr Leben nach gewissen Traditionen leben. Natürlich geschieht die Abnahme nicht überall gleich schnell oder im gleichen Ausmass. Zudem wird der Wunsch, ein selbstbestimmtes Leben zu leben, durch die erhöhte Fähigkeit, dies auch zu tun, gestärkt. Steigender Wohlstand, kostengünstigere Produkte und Dienstleistungen ermöglichen immer mehr Menschen nach ihren eigenen Interessen, Empfindungen und Bestreben konsumieren zu können.

2.  Die Knappheit der Zeit und ihre Konsequenzen

Die unaufhörliche Konnektivität hat die Beziehung der Konsumenten zur Zeit verändert. Einige Konsumenten versuchen die Zeit durch Erfahrungen zu beschleunigen, andere zu verlangsamen. Doch bleibt ein gemeinsames, konstantes Ziel: Den maximalen Wert von jedem Moment zu extrahieren.

Warum passiert das jetzt?

Kurzlebiger Inhalt und Echtzeit-Streaming (Snapchat und Periscope) ermöglichen Konsumenten auf der einen Seite die reale Welt mit der digitalen Welt zu verschmelzen. Endlos neue Formen laden zum Experimentieren mit diesen Plattformen ein. Dabei suchen die Konsumenten Bite-Size-Interaktionen. Diese sind besser geeignet sind für ihren schnelllebigen Alltag. Auf der anderen Seite steht der Umstieg von Luxusgüter auf das Sammeln von Erfahrungen und Geschichten über Produkte im Mittelpunkt. Diese befriedigen den Wunsch nach Flexibilität, Bequemlichkeit und Wahlmöglichkeiten. Physische Produkte im Gegensatz dazu brauchen Platz, Engagement und verursachen laufende Kosten. Wie bei jedem Trend gibt es natürlich gleichzeitig einen Gegentrend. Sogar die hier beschriebenen Konsumenten sehnen sich nach Momenten der Ruhe oder Stillstand.

 

3.  Die Nachfrage nach convenience und superior Service

Die Selbstverständlichkeit, dass Innovationen, Produkte und Dienstleistungen, den Alltag der Konsumenten leichter machen ist zur Selbstverständlichkeit herangewachsen. Für vielbeschäftigte Konsumenten ist klar: Bequemlichkeit ist Voraussetzung und ihre Definition wird immer anspruchsvoller.

Warum passiert das jetzt?

Die Konsumenten führen meist einen hektischen Alltag: Die Urbanisierung bis zum immer-online-Lebensstil führen oft zu Überforderung und Bedrängung. Angeblich zeitsparende Produkte und digitale Lösungen haben es bisher kaum geschafft, diesem

Hype zu begegnen – manche behindern sogar die Produktivität. Die Konsumenten suchen nach Marken, die den Alltag und banale Aufgaben leichter machen und schneller sind. Von völlig neuen Lösungen bis hin zu gebündelten Produkten, integrierten Add-ons und innovativen Geschäfts- oder Servicemodellen suchen sie Marken, die ihre Bedürfnisse verstehen und erfüllen. Dabei erwarten Kunden auch nach dem Kauf laufende Unterstützung der Dienstleister.

 

Über die Autorin

Yaël Kölliker studierte im Bachelor Kommunikationsdesign an der design akademie berlin und absolvierte ihren Master an der Zürcher Hochschule der Künste in der Vertiefung Trends. Seit ihrem Abschluss arbeit sie als Konzepterin bei Namics einer Full-Service Agentur in Zürich und vermittelt dort unter anderem die wichtigsten Trends und Innovationen. Dieser Wissensinput wird intern als auch extern genutzt, um informiert und inspiriert zu werden.

Yaël Kölliker gewann letztes Jahr den Young Creatives Award des Art Directors Club Switzerland.

Instagram: dailytrendupdate

yaelkoelliker (002)

 

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *