Personalanzeigen einmal anders: Wenn aus Desinfektionsmittel Parfüm wird
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Personalanzeigen einmal anders: Wenn aus Desinfektionsmittel Parfüm wird

Wer ihn trägt, ist dabei. Wer ins Krankenhaus will, kommt an ihm nicht vorbei. Wir waren im Klinikum Dortmund in Deutschland auf der Suche nach der „großen Marketing-Klammer“, die alle Berufe im Krankenhaus vereint. 

Da lag das Desinfektionsmittel nahe, zumal der Duft wirklich prägend die Arbeit im Krankenhaus ist. Der Duft ist somit auch ein „Lockstoff“ für alle potentiellen Bewerber*innen. Zudem gab es von Seiten der Geschäftsführung die Maßgabe, dass wir die Patient*innen, Besucher*innen und Mitarbeiter*innen zur Nutzung von Desinfektionsmitteln anhalten sollen, aber ohne den erhobenen Zeigefinger zu schwingen. Insgesamt sollte aus der Pflicht, sich die Hände desinfizieren zu müssen, eine Kür werden – trage es eben auf, als sei es Parfüm.

Die eigenen Mitarbeiter*innen als Parfum-Models

Authentisch wird das Bewerben des Gebrauchs von Desinfektionsmittel, wenn es Mitarbeiter*innen aus dem eigenen Haus anpreisen. Zugleich erzeugt dies große Identität mit dem Arbeitgeber und einen positiven Eindruck gegenüber potentiellen Bewerbern. Wir hatten also Mitarbeiter*innen aus dem Klinikum zu einem Casting und Fotoshooting aufgerufen. In Anlehnung an Parfüm-Werbe-Fotos sollten ähnliche Fotos, nur eben für Desinfektionsmittel entstehen. Ein professioneller Fotograf stellte die Mitarbeiter*innen zu entsprechenden Werbe-Inszenierungen zusammen. Dies geschah vor einer Greenwall, um im Nachgang besser mit wechselnden Hintergrundmotiven arbeiten zu können.

Ein riesen Erfolg auf Social Media

Der Hauptweg der Verbreitung waren die Social-Media-Kanäle Facebook & Instagram des Klinikums; hier ist das Klinikum traditionell sehr aktiv und hat beispielsweise den reichweitenstärksten Instagram-Account eines Krankenhauses in Deutschland (Stand: Januar 2020: 10.300 Abonnenten). Zudem hängen die „Parfüm“-Bilder seit der Kampagne als Plakate im Haus nahe den Desinfektionsmittelspendern.

Der Erfolg war überragend, zig Medien berichteten; die erzielte Reichweite lag bei rund 1,2 Millionen Menschen. Der Verbrauch an Desinfektionsmittel stieg in der Tat, wobei hier zugegeben Ursache und Wirkung in einem Haus mit 1400 Betten und 4.200 Mitarbeitern nicht klar zu monitoren ist. Aber wir mussten sogar Flaschen als „Flakons“ über die sozialen Kanäle verlosen. Es gab viel Lob in den sozialen Kanälen zu dem Projekt. Das Klinikum Dortmund wurde einmal mehr als innovativer Arbeitgeber wahrgenommen.

Langfristige Nachwirkung: Thema Hygiene humorvoll in den Köpfen platziert

Besucher*innen, Patient*innen und Mitarbeiter*innen kichern gelegentlich heute noch gut ein Jahr nach der Kampagne, wenn sie an den „Parfüm-Werbe“-Plakaten vorbeilaufen. Und ich habe erst neulich einen Kollegen gesehen, der den Händedesinfektionsspender benutzt und sich ein paar Tropfen hinters Ohrläppchen tupfte. Insgesamt konnten wir damit das Thema Hygiene und Desinfektion präsent in den Köpfen platzieren.

Über den Autor:
Marc Raschke ist seit 2013 Leiter der Unternehmenskommunikation des Klinikums Dortmund und seit 2006 als freiberuflicher PR-Berater im bundesweiten Einsatz.  Volontariat bei der WAZ und bei „brand eins“, danach eigene PR-Agentur (Schwerpunkte: Medizin, Zukunft, Handel); hat als freier Journalist u.a. für „brand eins“, Handelsblatt, Bild, dpa und n-tv gearbeitet. War u.a. über viele Jahre auch Mitglied im IT-Think-Tank des Handelskonzern Douglas und hat das Jahrbuch „125 Jahre Karstadt“ mit verfasst. Seine PR-Arbeit ist bereits über zwei Dutzend Mal national und international ausgezeichnet worden.

(c) Klinikum Dortmund

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