Going Beyond the Revolution – Das Streben nach Echter Innovation.
Allgemein, Gastblog

Going Beyond the Revolution – Das Streben nach Echter Innovation.

Vor ein paar Jahren stolperte ich über einen Artikel von Tom Goodwin. Dieser beschreibt sehr leidenschaftlich, worum es bei Innovationen wirklich geht und warum die meisten Unternehmen wahrscheinlich keine Innovationen wollen. Tom‘s Worte hinterließen bei mir einen prägenden Eindruck, wie es zuvor niemand geschafft hat, da sie genau meine eigenen Erfahrungen als Berater widerspiegelten. Jene Herausforderungen, die Tom erwähnt, sind daher meine ständige Motivation, in den täglichen Kampf um die Verwirklichung ECHTER Innovation einzutreten.

 

Glaubt nicht dem Hype!

 

Tatsächlich verwende ich das Wort Innovation sehr selten. Wenn ich es jedoch verwende, stelle ich sicher, dass ich „Echte“ als Präfix hinzufüge, um mein Verständnis vom geläufigen Buzzword zu unterscheiden. Als jemand, der versucht, die fundamentalen Wirkungsbeziehungen zu verstehen, ist mir der Begriff „Echte Innovation“ heilig. Schon wenn ich fünf Minuten in meinem LinkedIn-Feed lese, sehe ich das Wort Innovation omnipräsent. Alles ist Innovation, Innovation ist überall, und jeder kann Innovation machen. Head of Innovation, Innovation Lead, Vice President Digital Innovation, Innovation Lab, Innovation Center…you name it!

 

Da „Digital [ZUFÄLLIGER BEGRIFF]“ das Top-Thema in der Wirtschaft ist, werden Begriffe wie Technologie, Transformation, Startup, Skalierung, Agilität, App, Design, Disruption etc. von Unternehmen und Medien gleichermaßen inflationär genutzt. All dies, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen und die Rechtfertigung zu erbringen, dass man diese Themen auf dem „Schirm“ hat. Darüber hinaus sprechen wir über digitale Talente, digitale Strategien, digitale Kultur, digitale Führung und digitale Organisationen, als wären sie ein Utopia, das wir erreichen müssten. Oder wie Donald Trump sagen würde: „I am very highly educated. I know words. I have the best words.“ Während wir also damit beschäftigt sind, ausgefallene digitale Zentren und Hubs zu bauen, „um den theatralischen Akt der Innovation zu feiern“, vergessen viele von uns, die Beharrlichkeit, den Schweiß und die Tränen einzubringen, die zu Echter Innovation führen könnten.

 

Ein bisschen Innovation geht nicht!

 

Fun-Fact: Du wirst kein Mediziner dadurch, dass du am Wochenende alle Folgen von Dr. House durchsiehst. Man wird kein IoT-Ingenieur, ohne jemals an Raspberry Pi rumzubasteln. Und man versteht Echte Innovation definitiv nicht, nur weil Post-it‘s während eines Design Thinking Workshops verwendet werden. Echte Innovation beginnt mit einer Denkweise und einer Einstellung. Echte Innovation erfordert eine bestimmte Art von Persönlichkeit, denn „Innovation ist schrecklich schmerzhaft, tief beunruhigend und massiv störend. Es ist ein hässlicher Prozess, chaotisch, unangenehm, unhöflich, kontraintuitiv. Wenn es nicht dazu führt, dass man viele dieser Dinge fühlt, dann ist es keine Innovation.“ Bei Echter Innovation geht es darum, Strukturen und das Denken der Menschen nachhaltig zu verändern. Denn Veränderung ist notwendiger denn je. Wir können nicht leugnen, dass sich unser wirtschaftliches Glaubenssystem radikal verändert. „Uber, das größte Taxiunternehmen der Welt, besitzt keine Fahrzeuge. Facebook, der weltweit beliebteste Medieninhaber, erstellt keine Inhalte. Alibaba, der wertvollste Einzelhändler, hat keinen Bestand. Und Airbnb, der weltweit größte Anbieter von Unterkünften, besitzt keine Immobilien.“ Die Veränderung findet gerade statt. An dieser Stelle hat jedes Unternehmen eine Wahl: Sie können Innovatoren sein, sie können Nachzügler sein oder sie können direkt aus dem Markt ausscheiden.

 

Ready for the Battle?

Unternehmen müssen verstehen, dass der nächste Wettbewerbsvorteil nicht auf Economies of Scale & Scope, Produktattributen oder Kostenvorteilen basiert, sondern ultimativ auf den Menschen innerhalb des Unternehmens. Menschen, die inspiriert, motiviert und befähigt sind, die notwendigen tiefgreifenden Veränderungen aktiv und eigenverantwortlich anzustoßen. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass wir diese Herausforderungen nicht mit der gleichen alten Denkweise lösen können, die diese Herausforderungen überhaupt verursacht haben. Ist es daher nicht an der Zeit bestehende Unternehmens- und Managementstrukturen von Grund auf neu zu denken?

 

Ich freue mich daher auf eine spannende Session, in der wir die Buzzword-Ebene möglichst schnell verlassen wollen. Innerhalb eines interaktiven Formats werden wir mithilfe von Erfahrungsbeispielen und einem gemeinsamen Diskurs verstehen, wie Echte Innovation und Transformation im digitalen Zeitalter zu nachhaltigen Veränderungen führen können.

 

Über den Autor: 

Human ist Mitgründer und Vorstand der 1789 Innovations AG. Zuvor war Human bei der PwC AG in New York City als Manager (Prokurist) im Bereich New Ventures tätig. Darüber hinaus hat er maßgeblich den Aufbau des „PwC Experience Center Deutschland“ verantwortet, das kreative und innovative Lösungen gemeinsam mit Mitarbeitern und Kunden gestaltet sowie umsetzt. Human hat Erfahrungen in den Branchen Moblility Services, Financial Services, Professional Services, Manufacturing, Entertainment, Health Care, Public Services und Startups.

 

 

2 Comments

    • Allan
    • 27. September 2018

    Das ist eine völlig absurde Denkweise. Es geht nicht um Gier, sondern um Fortschritt und Effizienz. Oder benutzen sie noch manuelle Kameras oder alte Handys weil sie mit den Mitarbeitern von Kodak oder Nokia so viel Mitleid haben? Sicherlich gehen hier massenweise Jobs verloren und wer sagt dass ich kein Mitleid habe? Ich bin mir sicher dass durch den ganzen Fortschritt auf der anderen Seite zahlreiche neue Jobs enstehen. So war es schon immer in den letzten 250 Jahren industrieller Revolution. Alte Jobs sind ausgestorben, neue sind entstanden. Oder hätten sie vor 20 geglaubt dass Millionen Menschen im Internetbereich arbeiten?

    Antworten
      • Max Becker
      • 5. Oktober 2018

      Interessanter Kommentar und natürlich grundsätzlich richtig! Jedoch verstehe ich den Bezug zum obigen Artikel nicht in Gänze, da in diesem Fall m.E. nicht Gier und die vergebliche Suche nach einem Mehr an Effizienzen im Vordergrund stehen, sondern neue Formen innovativer Arbeitsweisen im viel zitierten Arbeits- und Organisationsalltag.

      Antworten

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.