WORKING OUT LOUD – Was steckt dahinter?
Allgemein, Gastblog

WORKING OUT LOUD – Was steckt dahinter?

Rund ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringen Arbeitnehmer in Deutschland mit Austausch und Zusammenarbeit, zunehmend in virtuellen Netzwerken. Für eine effiziente Zusammenarbeit müssen technische, organisatorische und kulturelle Rahmenbedingungen stimmen. Andernfalls sind Mitarbeiter frustriert, steigen Burnout-Risiken und die Produktivität kann leiden (Trendstudie „Zusammenarbeit virtueller Teams in deutschen Unternehmen“, 2015, PAC).

Grundprinzipien von WOL

Working Out Loud bedeutet so viel wie „mache deine Arbeit sichtbar und teile dein Wissen und deine Erfahrungen“. WOL ist ein Peer Coaching Programm, bei dem die Teilnehmer in sogenannten WOL Circles, die aus vier bis fünf Mitarbeitern bestehen, über zwölf Wochen ein selbst gewähltes Ziel erreichen und dabei gemeinsam diverse Aufgaben lösen. Sie ist in den Arbeitsalltag integriert, denn vernetzt zu arbeiten wird am besten erlernt, indem man es tut.

Während des Programms bauen sie sich gezielt ein persönliches Experten-Netzwerk auf und nutzen sowohl externe Social Media-Kanäle als auch die interne Social Business-Plattform „Bosch Connect“. Sich zu vernetzen bedeutet aber nicht wahllos Kontakte zu sammeln, sondern eine zielgerichtete Vernetzung mit Experten und stabile Beziehungen aufzubauen, die bei spezifischen Fragestellungen unterstützen. WOL unterstützt mit einer Reihe praktischer Techniken, um die Anforderungen im Alltag geeignet umzusetzen. Durch den Einsatz dieser modernen Techniken und Tools lassen sich auch virtuelle Beziehungen, unabhängig von Ort oder Funktion, schnell aufbauen und vertiefen. Ein erweitertes Netzwerk hilft zudem, neue Möglichkeiten aufzutun und verbessert die Chancen, gesteckte Ziele zu erreichen und auch komplexe Aufgaben zu lösen.

Gleichzeitig verinnerlichen die Teilnehmer neue Verhaltensweisen wie beispielsweise Wissen zu teilen, Feedback zu geben, aber auch Feedback für die eigene Arbeit zu nutzen. So entwickeln und verbessern die Mitarbeiter ihre Fähigkeiten zur virtuellen Zusammenarbeit und zum selbstbestimmten Lernen.

Working Out Loud wird damit zu einer Schlüsselqualifikation in einer vernetzten Arbeitswelt, die immer stärker eine transparente und offene Zusammenarbeit in Netzwerken erfordert. Virtuelle Zusammenarbeit fördert die Arbeitseffizienz, das Zusammengehörigkeitsgefühl und auch die Innovationsorientierung der Mitarbeiter, wie die Deutsche Social Collaboration-Studie 2017 zeigt. Durch WOL können Mitarbeiter außerdem zu einer offenen und vernetzten Arbeits- und Lebenseinstellung kommen. So macht der Alltag mehr Spaß, denn er eröffnet ungeahnte Möglichkeiten und hilft, die eigene Lebenseinstellung zu verändern und neue Verhaltensweisen zu entwickeln.

 

Die fünf Kernelemente von Working Out Loud (nach John Stepper):

  • Beziehungen (Relationships): Nachhaltige Beziehungen aufbauen, die helfen und Mehrwert stiften. Allerdings nicht nach dem klassischen Networking-Prinzip („Eine Hand wäscht die andere“), sondern in dem Sinne, dass man selbst sinnvoll etwas beiträgt, damit auch beim Anderen ein Mehrwert aus der Beziehung entsteht.
  • Sichtbare Arbeit (Visible Work): Die eigene Arbeit sichtbar machen, aber in einer Art und Weise, die als wertvoller Beitrag für das Netzwerk dient und nicht der reinen Selbstdarstellung.
  • Großzügigkeit (Generosity): Wissen teilen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, sondern um etwas Konstruktives beizutragen und damit das Netzwerk nachhaltig zu stärken.
  • Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset): Die Welt ist voller Möglichkeiten! Bei WOL geht es darum, immer offen und neugierig an die Dinge heranzugehen und so jene vielen Möglichkeiten zu entdecken, die einen dem eigenen Ziel näherbringen.
  • Zielgerichtetes Entdecken (Purposeful Discovery): Dadurch, dass ein individuelles Ziel gewählt wird, richtet man seine Aktivitäten gezielt darauf aus: Welche Ressourcen benötige ich? Wie und was kann ich beitragen, um dem Ziel näherzukommen und etwas dabei zu lernen?

Beim HR Inside Summit von 09.-10. Oktober wird uns Katharina in ihrer Keynote und anschließender Session mehr zum Thema „Working Out Loud“ erzählen – come and join!

Über die Autorin:

Katharina Krentz ist seit 2005 bei der Robert Bosch GmbH beschäftigt. Seit 2012 ist sie als Beraterin für die digitale Zusammenarbeit, Chief Corporate Community Manager, Reverse Mentorin und WOL Initiatorin verantwortlich für digitale Arbeitsmethoden und konzentriert sich auf community-basierte und netzwerkbasierte Zusammenarbeit, letzteres auch als Working Out Loud (WOL) bekannt.

 

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